Ein Klick und weg? Drei Tipps zum Thema: Wie bilde ich mir im Internet eine (Suchmaschinen unabhängige) Meinung?
Kathrin Passig, Sachbuchautorin rund ums Web2.0, hat gestern auf dem Frankfurter Tag des Online Journalismus darüber gesprochen, wie man die Vielfalt im Netz intelligent nutzen kann. Es ging dabei z.B. auch um die Frage, wie man verhindern kann, dass Suchmaschinen oder Soziale Netzwerke nur Ergebnisse liefern, die auf einen zugeschnitten sind (was beim Einkaufen zwar bequem und zeitsparend ist, bei einer Recherche aber für einseitige Ergebnisse sorgt).
Ihre Tipps dazu fand ich hilfreich und darüber hinaus auch für jeden interessant, der sich allgemein für das Thema Datenschutz, Algorithmen und Co interessiert. Ihre Aussagen sind darüber hinaus ein Anstoß, das eigene Surf-Verhalten oder seine Facebook-Angewohnheiten zu hinterfragen und nicht immer sofort dem ersten Impuls zu folgen. Manches davon ist banal, aber ich merke, dass es auf mein Verhalten stärker zutrifft, als mir lieb ist.
Deswegen hier die meiner Meinung nach drei besten Tipps:
- Den reflexartigen Weiterklick-Wunsch hinterfragen: Oft klicken wir bei der Suche nach Sachinformationen schnell weiter, wenn der ergoogelte Treffer nicht das hergibt oder abbildet, was wir suchen. Das ist natürlich sinnvoll, wenn der Artikel thematisch wirklich nicht auf das eingeht, was ich suche. Wie sieht es aber aus, wenn der Beitrag einfach nur einen anderen Standpunkt schildert? Lese ich dann weiter und setze mich bewusst mit den genannten Argumenten auseinander oder ist mir das zu unbequem?
- Suchmaschinen öfters einmal wechseln: Dieser Tipp klingt (auch Frau Passig zufolge
) wirklich banal, aber zum einen hilft er m.E. seine eigenen Daten ein bisschen breiter zu streuen und zum anderen bekommt man so auch unterschiedliche Ergebnisse. In Deutschland ist die Auswahl an Suchmaschinen zwar nicht so groß, aber die Auswahl, die da ist, kann man ja nutzen… Also: Öfter mal zwischen Google, Bing oder ask.com hin und herwechseln. - Freunde in Sozialen Netzwerken nicht gleich skeptisch beurteilen: Da postet ein Freund auf Facebook etwas, das man absolut Banane findet oder man stellt auf einmal fest, dass derjenige politisch anders eingestellt ist, als man selbst. Auch hier geht man dann oft schnell reflexartig über solche Posts oder Linkstipps hinweg (und zieht dem Bekannten gleich noch ein paar Sympathiepunkte ab
). Warum eigentlich? Wäre es nicht sinnvoll, die Meinung des anderen stattdessen als bereichernd zu empfinden, in dem Sinne, dass der andere mir so hilft, mir ein größeres Wissen über eine Sache anzueignen?
Wer etwas Internet affiner ist, sollte laut Frau Passig auch die Chance nutzen und multiple Filtertechniken einsetzen oder Aggregatoren nutzen. Da ich mit hiermit aber leider nicht wirklich auskenne, verweise ich an dieser Stelle jetzt einfach auf ihren Vortrag, der unter dem Titel “Zwischen Mainstream und Filterbubble” auf ftoj.de angeschaut werden kann. Dort gibt es auch alle anderen Impulsreferate des Tages sowie die Präsentationen als PDF zum Herunterladen.
Hanna Willhelm
Bildrechte: Screenshot von ftoj.de
Tags: Algorithmen, Datensicherheit, Frankfurter Tag des Online Journalismus 2012, gefilterte Suchergebnisse, Internet, Kathrin Passig, Meinungsbildung im Internet, Suchergebnisse, Suchmaschinen
Am 26. Oktober 2012 um 17:12 Uhr
Frau Passig ist glaube ich auch die Tage in Siegen, zum Thema Prokrastination.