Von komischen Gebeten und geistlichen Wahrheiten

16. August 2010

Neulich betete ich “Herr, füll mich mit deiner Liebe”. Es erschien mir als ein gutes Gebet. Was ist denn wichtiger, als mit Gottes Liebe erfüllt zu sein? Dann fließt doch das geistliche Leben. Aber mittendrin dachte ich: Wenn ich Gott bitte, mich mit seiner Liebe zu füllen, dann bedeutet dies doch auch, dass er es bisher nicht getan hat. Er hat mir also etwas vorenthalten. Seine Liebe???

Spätestens da ging mir auf, dass an dem Gebet was nicht stimmte. Wenn ich das Gefühl habe, Gottes Liebe fließt nicht in mir, dann kann es auch andere Gründe dafür geben. Denn warum sollte mir Gott seine Liebe nicht gerne schenken? Und eigentlich hat er sie mir doch schon geschenkt. Als er sich in Jesus für uns geopfert hat. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist doch klar, dass Gott mich liebt und nichts anderes will, als mich mit dieser Liebe zu erfüllen.

Und noch ein Vers fiel mir ein: “Unsere Hoffnung aber wird uns nicht enttäuschen. Denn dass Gott uns liebt, ist uns unumstößlich gewiss. Seine Liebe ist ja in unsere Herzen ausgegossen durch den Heiligen Geist, den er uns geschenkt hat.” (Römer 5,5). Wenn also Gottes Liebe zu mir feststeht und sie sogar in mein Herz ausgegossen ist, dann brauch ich wahrscheinlich einen neuen Blickwinkel. Oder eine Offenbarung. Oder mehr Dankbarkeit. Ich will Gott bitten, dass er mich jeden Tag sensibler und empfänglicher macht für das, was er mir schon gegeben hat. Und dafür will ich danken. Am besten jetzt gleich.

Michael Gerster

Tanzen in Auschwitz

10. August 2010

Heute habe ich auf Spiegel Online eine bemerkenswerte Geschichte gelesen, über die Henryk M. Broder berichtet. Der Holocaust-Überlebende Adam Kohn kehrt Jahrzehnte nach den grausamen Verbrechen der Nazizeit an den Ort des Grauens und tiefster Unmenschlichkeit zurück um- zu tanzen. Seine Tochter Jane Kormann – eine australische Aktionskünstlerin – film ihren Vater, wie er mit seinen Enkeln in Auschwitz tanzt, um sein Überleben zu feiern. Und zwar mit dem Lied “I will survive”. Henryk Broders Kommentar dazu:

“Auf den ersten Blick ist “Dancing Auschwitz” – so heißt das kleine Kunstwerk – ein Tabubruch, auf den zweiten eine Provokation, auf den dritten aber eine kluge Antwort auf die Frage, wie man an etwas erinnern kann, das im Steinbruch der “Erinnerungskultur” längst zu historischem Schotter verarbeitet wurde: auf Konferenzen und Seminaren, in Filmen und TV-Serien, bei Demos und Gedenkfeiern, auf denen mit jahrzehntelanger Verspätung dazu aufgerufen wird, “den Anfängen zu wehren”. Wie man also sinnfreien Ritualen etwas entgegensetzt, das die Kraft des Lebens feiert und nicht den Tod als finalen Höhepunkt menschlichen Versagens zelebriert.”

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,710881,00.html

Broder hat meiner Meinung nach einen Nerv getroffen, was einen Schwachpunkt der sonst so guten und wichtigen Gedächtniskultur betrifft: Wenn nur noch bestimmte Gefühle wie Trauer, Entstetzen in einen bestimmten Kontext möglich sind und es nicht gestattet ist, den Sieg des Lebens und der Liebe auch mal mit fröhlichen Liedern zu feiern, dann hätten die Schergen des braunen Terrors einen Teilsieg davongetragen. Dann nämlich, wenn auf unbestimmte Zeit das Lachen verboten bliebe. Man kann also trotz Auschwitz oder gerade wegen Ausschwitz auch immer noch Gedichte schreiben und – auch lachen, feiern und fröhlich sein. Fröhlich sein, dass Tod und Terror nicht das letzte Wort haben.

Mich erinnert das an das Osterlachen der orthodoxen Kirchen, in denen dem Tod als letztem Feind ins Gesicht gelacht wird, weil klar ist, dass sein letztes Stündlein bereits geschlagen hat. Weil er besiegt ist. Von dem, der das Leben ist und das Leben bringt.

Besonders nachdenklich machen mich die Worte Kohns, mit denen das Video endet:

“Wenn mir jemand damals an diesem Ort gesagt hätte, dass ich in 63 Jahren einmal mit meinen Enkeln hierher zurückkommen würde, dann hätte ich gesagt: Was faselst du da? Was soll das Gerede? Und jetzt stehen wir hier. Das ist echt ein historischer Moment”.

Es zeigt mir, dass Hoffnung und Gerechtigkeit immer ein Chance haben und dass wir manchmal in unseren tiefsten Tälern halt nur diesen einen, eindimensionalen Blick der Wirklichkeit haben. Wenn es mir aber gelingt, Gott zu vertrauen, der außerhalb aller Zeit steht, dann fällt es mir leichter zu glauben, dass Gott trotz aller persönlichen und weltweiten Katastrophen die Welt in seinen Händen hält, wie es in dem alten Kinderlied heißt.

Jetzt aber das Video zum Anschauen.

Was ist Ihre Meinung? Darf man so fröhlich an ein solch ernstes Thema erinnern?:

Warum Eva Herman irrt und das Unglück von Duisburg keine Strafe Gottes ist

3. August 2010

Über Eva Hermans Kommentar zur Loveparade ist bereits viel geschrieben worden. Sie hat sich auch mittlerweile entschuldigt und deutlich gemacht, dass es ihr nicht darum ging, die Opfer der Katastrophe zu diskriminieren. An den wesentlichen Aussagen ihres Textes hält sie allerdings fest.

Dass sich viele Menschen darüber aufregen, kann ich nur zu gut verstehen. Nun ist ja generell nichts Verwerfliches daran, über moralische Fragen zu diskutieren. Auch eine konservative Weltsicht zu haben, ist nichts Schlimmes. Werte sind wichtig. Doch wer sich darüber auslässt, dass man die „letzten Anstandsnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt“, der muss sich auch fragen lassen, wie anständig es ist, eine moralische Diskussion anzustoßen angesichts des Leids, das so vielen Menschen in dieser tragischen Katastrophe widerfahren ist.

Ich finde es zynisch, im Angesicht der Katastrophe von Duisburg derartig platt über Anstand und Moral zu dozieren. Und selbst wenn man Eva Hermans Ansicht über die Loveparade teilen würde, allein aus Anstand und Ehrerbietung vor den Opfern müsste man derart moralisierende Breitseiten verbieten.

Was mich als Christ aber zusätzlich ärgert, ist die Tatsache, dass es sich nach Eva Hermans Sicht bei der Katastrophe nicht nur um ein tragisches Unglück sondern vielmehr um eine Strafe Gottes handeln soll. Sie schreibt:

„Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.“

Ich frage mich, welches Gottesbild hier vermittelt wird. Folgt man der Argumentation Eva Hermans, dann müsste man sich Gott tatsächlich als Sittenwächter vorstellen, dem der Kragen geplatzt ist und der mal so richtig zugeschlagen hat.

Ich finde diese Vorstellung furchtbar. Und: Ich finde sie zutiefst unbiblisch. Gott macht in der Bibel deutlich, dass es Werte und Normen gibt, die ihm heilig sind. Und die gut für uns sind. Treue und verbindliche Sexualität gehören dazu. Aber: Jesus kam, um Sünder zu rufen und nicht die Gerechten. Und er hat durch die Radikalisierung der Gebote in der Bergpredigt deutlich gemacht: Keiner ist gerecht. Jeder ist ein Sünder.

Wenn deshalb Christen vom Gericht Gottes reden, dann müssen sie von dem reden, der das Gericht getragen hat: Jesus Christus. Und davon, dass keiner zu Gott kommt, weil er ein moralisches Leben führt, sondern weil er mit dem und für den lebt, den Gott gesandt hat. Und das kann in so einer Situation bedeuten: Für die Opfer und die Trauernden zu beten. Und nicht auf sie zu schimpfen.

Michael Gerster

Was macht eigentlich ERF Online?

21. Juli 2010

ERF Radio macht Radio. ERF Fernsehen macht Fernsehen. Logisch. Aber was macht eigentlich ERF Online? Schauen die, dass die Inhalte von Radio und Fernsehen im Netz verfügbar sind und schreiben daneben noch einige Artikel für ERF.de oder programmieren Seiten wie den Bibleserver? Alles richtig, aber lange noch nicht alles.

Wer es genauer wissen möchte, kriegt es bei Youtube oder gleich hier in zwei Minuten erklärt:

Viel Spaß ;-) !

Wer gleich noch mal vorbei schauen will, findet hier unsere weiteren Angebote:

Mehrglauben.de

Das Jesus Experiment

Jesus Online

JoeMax

Rücktritt als Wort des Jahres 2010

19. Juli 2010

Wir haben zwar erst Juli, aber meine Wahl für das Wort des Jahres 2010 steht fast schon fest: Rücktritt. Oder sollte ich besser sagen Unwort des Jahres? Nach Koch, Köhler und anderen am Wochenende jetzt auch Ole von Beust. Und nicht nur unter den Politikern scheint die Amtsmüdigkeit um sich gegriffen zu haben. Auch den Sport erwischt’s: DFB Präsident Theo Zwanziger steht im Oktober möglicherweise nicht erneut für das Amt zur Verfügung.

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Glaube für 3,60€

17. Juli 2010

Ich und mein Lieblingssupermarkt… Gestern habe ich dort wieder mal eine schöne Entdeckung gemacht. ;-) Dieses Mal in der Zeitschriftenecke. Zwischen Psychologie heute und Eltern steht da doch tatsächlich auch ein Exemplar der christlichen Zeitschrift Family. Schöööön!

Die Entdeckungsreise war damit noch nicht zu Ende. Etwas weiter rechts finde ich zwischen anderen Hochglanz- und Lifestylemagazinen die Lebenslust – ein Projekt verschiedener christlicher Organisationen, darunter auch ERF Medien, um den Glauben unter die Leute zu bringen. Am Kiosk, im Wartezimmer beim Arzt – oder in meinem Supermarkt!!! :-)

Bei all der Skepsis, die ich zugegebenermaßen auch habe – der Zeitschriftenmarkt ist hart und im Internetzeitalter gleich zweimal -, wünsche ich dem Projekt viel Erfolg und dass es die Leser erreicht, für die es gemacht wird!

Sowohl die Family als auch Lebenslust können Sie bei Interesse im ERF Shop bestellen.

Hanna Keller

Endlich gute Nachrichten!

16. Juli 2010

BP hat es zumindest vorübergehend geschafft, dass Bohrloch im Golf von Mexiko zu schließen! Ich war ehrlich erleichtert, als diese Nachricht heute Morgen in meinen Posteingang geflattert kam. Endlich scheint eine Lösung in Sicht.

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“Willst Du glücklich sein im Leben…

12. Juli 2010

… trage bei zu andrer Glück. Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück.” Schöne Poesiealbumweisheit, gell. Aber trotz der Veilchen- und Rosen, die drum herum kleben, gar nicht so dumm. Und jetzt sogar wissenschaftlich bestätigt (wie schön, wenn wir für alles einen Beleg haben!).

Der Psychiater George Vaillant ist anhand einer langjährigen Untersuchung an über 250 Menschen nämlich zum Schluss gekommen, dass die Menschen am glücklichsten sind, die in Beziehungen leben und anderen helfen:

Den größten Einfluss darauf, ob ein Leben gelingt, hat Bindung. Und dabei geht es nicht unbedingt um die Bindung zum Lebenspartner, sondern eher um die grundsätzliche Beziehung zu anderen Menschen, also im Sinne einer altruistischen und empathischen Verbindung. [...]

Wer im Alter von 40 oder 50 Jahren eine Menge Verantwortung zu tragen hatte, die Erziehung der Kinder etwa, den Beruf, vielleicht auch noch pflegebedürftige Eltern – kurz gesagt: Wer sich um andere Menschen kümmern musste, der ist im Alter meist auch unter widrigen Umständen zufrieden. Also wieder das Thema Bindung.

(Quelle: Glück ist nicht wichtig; Zeit Online, 12.07.2010; 12.10 Uhr)

Mir fällt neben der Poesiealbumweisheit dazu noch Prediger 4,9-12 ein. Und der Vers, dass es nicht gut ist, wenn der Mensch alleine ist. Der ist allerdings ein bisschen älter.

Vielleicht lässt es sich unter diesen Umständen auch besser ertragen, dass wir bei dieser Hitze zu dritt in einem Büro sitzen und neben der Körpertemperatur auch noch die Wärme der PCs teilen… ;-)

Mehr zum Thema: Freiheit gibt es nur in Beziehungen

Hanna Keller

Die schwerste Entscheidung eines Lebens

8. Juli 2010

Unter dem Titel “Manche Entscheidungen sind zu schwer für einen Menschen, und trotzdem muss man sie treffen” berichtet die Zeitschrift Brigitte von einer Frau, die sich für eine Spätabtreibung entschieden hat. In der 30. Schwangerschaftswoche entdeckt ein Pränataldiagnostiker, dass ihr Kind einen offenen Rücken hat. Käme es auf die Welt, wäre es schwerst körperlich behindert und vermutlich auch geistig beeinträchtigt.

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Schland 2012

8. Juli 2010

Nicht traurig sein, dass es gestern Abend nicht geklappt hat! Einfach fröhlich weitersingen, so wie DerdiedasBlue beim offiziellen Schland o Schland Video auf You Tube kommentiert hat:

2010, was läuft im Fernseher?
WM in Afrika
Dritter Platz und trotzdem stark
Ein neues Deutschland, olé
In Polen und Ukraine dann
spieln wir sie endlich an die Wand
und reicht es wieder nicht fürs Schland
dann ist das auch okay
Schland, oh, Schland
Wir werden schon noch Meister
Nicht heut und hier
doch in vier Jahren komm’ wir noch weiter!
In Südafrika
lief das Spanienspiel beschissen
doch beim nächsten Mal
da feiern wir einfach (nur)!

Und bis dahin erstmal: Congratulations Jungs! Ein dritter oder vierter Platz bei einer Weltmeisterschaft ist doch auch nicht von schlechten Eltern. Wer das nicht findet: Selber spielen und besser machen!

Hanna Keller