Von komischen Gebeten und geistlichen Wahrheiten
16. August 2010Neulich betete ich “Herr, füll mich mit deiner Liebe”. Es erschien mir als ein gutes Gebet. Was ist denn wichtiger, als mit Gottes Liebe erfüllt zu sein? Dann fließt doch das geistliche Leben. Aber mittendrin dachte ich: Wenn ich Gott bitte, mich mit seiner Liebe zu füllen, dann bedeutet dies doch auch, dass er es bisher nicht getan hat. Er hat mir also etwas vorenthalten. Seine Liebe???
Spätestens da ging mir auf, dass an dem Gebet was nicht stimmte. Wenn ich das Gefühl habe, Gottes Liebe fließt nicht in mir, dann kann es auch andere Gründe dafür geben. Denn warum sollte mir Gott seine Liebe nicht gerne schenken? Und eigentlich hat er sie mir doch schon geschenkt. Als er sich in Jesus für uns geopfert hat. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist doch klar, dass Gott mich liebt und nichts anderes will, als mich mit dieser Liebe zu erfüllen.
Und noch ein Vers fiel mir ein: “Unsere Hoffnung aber wird uns nicht enttäuschen. Denn dass Gott uns liebt, ist uns unumstößlich gewiss. Seine Liebe ist ja in unsere Herzen ausgegossen durch den Heiligen Geist, den er uns geschenkt hat.” (Römer 5,5). Wenn also Gottes Liebe zu mir feststeht und sie sogar in mein Herz ausgegossen ist, dann brauch ich wahrscheinlich einen neuen Blickwinkel. Oder eine Offenbarung. Oder mehr Dankbarkeit. Ich will Gott bitten, dass er mich jeden Tag sensibler und empfänglicher macht für das, was er mir schon gegeben hat. Und dafür will ich danken. Am besten jetzt gleich.
Michael Gerster
