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130.746,85 Euro oder: Was ist ein Lachen wert?

Mittwoch, den 7. Juli 2010

Zurzeit lese ich das Buch “Was bin ich wert?” von Jörn Klare. Der freie Journalist, der unter anderem für “Die Zeit” und den “Deutschlandfunk” Beiträge verfasst hat, geht der Frage nach, was denn ein Mensch ganz praktisch und nüchtern wert sei: Und zwar in Euro.

In 47 Kapiteln lässt er unterschiedliche Gesprächspartner zu Wort kommen, die diese Frage aus zum Teil sehr bedenklichen, zum Teil aber auch sehr skurrilen Blickwinkeln betrachten.

So berichtet Klare von einer Untersuchung, die in dem Buch „You Are Really Rich – You Just Don’t Know it Yet“ von Steve Henry (Virgin Books 2009) dargelegt wird. 1000 Menschen mussten verschiedene Lebenssituation auf einer Glückskala von 1-10 bewerten. Um einen monetären Ansatzpunkt zu haben, wurde deshalb auch gefragt, welchen Wert sie auf dieser Skala einem bestimmten Lottogewinn beimessen würden. Heraus kamen dann so skurrile Angaben wie:

  • Eine Mannschaft unterstützen: 29.100 Pfund (wäre in England wohl zurzeit etwas niedriger und in Deutschland um einiges höher)
  • Sex haben: 105.210 Pfund
  • Lachen: 108.021 (in Euro etwa 130.746,85)

An der Spitze steht übrigens „Gesund sein“ (180.105 Pfund), noch vor „’Ich liebe dich’“ gesagt bekommen (163424 Pfund).

Vielleicht ein Grund mehr heute einem Freund ein Lachen zu schenken oder dem oder der Liebsten zu sagen: „Ich liebe dich“. Man muss ja nicht unbedingt verraten, wie viel Geld man gerade dafür ausgegeben hat ;-)

Was Eltern wollen

Dienstag, den 23. Februar 2010

Welt Online veröffentlichte am Sonntag einen Artikel zum Thema Bildung und Erziehung in Kitas und Kindergärten. Mehrere Punkte darin sind interessant, richtig gefreut hat mich aber folgende Aussage:

Obwohl sie [die Eltern] Schulvorbereitung fordern, nennen sie laut Telekom-Studie als wichtigste Elemente das Erleben der Natur, die Förderung kreativer Fähigkeiten wie Musik oder Kunst, Wissen über eine gesunde Ernährung, Moral, Religion und Werteerziehung.
(Quelle: Wenn die Kita zur Reparaturanstalt wird; Welt Online 21. Februar 2010, 14:59 Uhr)

Ich finde es schön, dass es ein Bedürfnis bei den Eltern gibt, dass ihre Kinder in religiösen und ethischen Fragen etwas mitbekommen. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen im Kindergottesdienst oder bei Bekannten, die mit ihren Kindern beten. Vielleicht können wir hier als Christen Eltern auch ganz bewusst Mut machen und durch ansprechende und schöne Kinderbücher Hilfestellung leisten. Und vielleicht sind die Fragen mancher Kinder auch für ihre Eltern wieder ein Ansporn, sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen.

Ein Rätsel ist mir allerdings, warum diese Themen vielen Eltern für die Erziehung so wichtig sind, obwohl sie allem Anschein nach in ihrem eigenen Leben nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wo und warum geht da zwischen Kindergarten und dem Erwachsenenalter was verloren? Warum haben Erwachsene nicht diese Sehnsucht und das Fragen nach Gott oder ein Staunen über Dinge, die wir nicht begreifen können? Liegt es an unserer rationalen und materialistischen Weltanschauung? Daran, dass wir es gewohnt sind, unser Leben selbst in die Hand nehmen zu sollen, zu können, zu müssen? Warum fehlt uns so oft dieser Blick für die unsichtbaren und doch so wesentlichen Dinge?

Was meinen Sie?

Hanna Keller

Barack Obama, die Erste: Seine Werte

Freitag, den 8. Mai 2009

Letzte Woche  in der Buchhandlung:  Während ich auf eine freie Verkäuferin warte, bleibt mein Blick an dem Regal mit den Bestsellern und Neuerscheinungen hängen. Kurzentschlossen kaufe ich eines der dort ausgestellten Bücher: Barack Obama hatte es mir angetan. Ein Mann, von dem ich ehrlich gesagt nicht so genau weiß, was ich von ihm denken soll: Mag ich ihn oder mag ich ihn nicht? Finde ich seine politischen Ansichten gut oder bekomme ich von ihnen Bauchweh?

Jetzt bin ich dabei,  sein Buch “Hoffnung wagen – Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream” zu lesen. In der Hoffnung, mir so ein besseres Bild  von einem der mächtigsten Männer der Welt machen zu können. Obama hat das Buch 2006 geschrieben, als er noch Senator war. Gerade das macht seine Aussagen meines Erachtens besonders spannend. Für ein “Politikerbuch” liest es sich übrigens erstaunlich leicht und angenehm…

Hier mal ein kurzer Ausschnitt aus dem Kapitel “Werte”:  “Wie die meisten meiner Werte habe ich auch das Einfühlungsvermögen von meiner Mutter gelernt. [...] ich [greife] immer wieder auf den einfachen Grundsatz meiner Mutter zurück und mache die Frage  “Was glaubst du, wie du dich dabei fühlen würdest?”  zu einer Richtschnur meiner Politik. [...] Ich bin dazu verpflichtet, die Welt auch mit den Augen Georg Bushs zu sehen, gleichgültig, wie stark meine Ansichten von seinen abweichen mögen. Genau das leistet Einfühlungsvermögen; es nimmt uns alle in die Pflicht, die Konservativen und die Progressiven, die Mächtigen und die Machtlosen, die Unterdrückten und die Unterdrücker. Wir alle werden aus unserer Trägheit gerissen. Wir alle werden gezwungen, unseren Horizont zu erweitern. Jedermann ist dazu verpflichtet, nach einem gemeinsamen Nenner zu suchen.” (Barack Obama, “Hoffnung wagen – Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream”, Riemann Verlag, 2008, S.92ff)

Klingt gar nicht unbedingt so schlecht. Bin mal gespannt, was er in den Kapiteln “Politik”,  ”Glauben” oder “Familie” sagen wird …

Hanna Keller